Der BSC Hastedt verliert beim TuS Schwachhausen mit 0:2 (0:0) und steigt damit nach seiner fünften Bremen-Liga-Saison in die Landesliga ab. Schon vor dem Spiel waren die Chancen auf den Klassenerhalt fast nur noch rein mathematischer Natur. Jetzt bleibt noch eine vier Spiele umfassende „Abschiedsturnee“ in Bremens höchster Herrenspielklasse.

DAS PERSONAL

Im Vergleich zur 0:6-Niederlage gegen den OSC Bremerhaven am Ostermontag schrumpfte der Hastedter Kader aufgrund von diversen Absagen von 16 auf 14 Spielern. Torwart George-Costin Iordache sowie die Feldspieler Miguel Troue, Ahmet Derin und Roy Karagarajah reisten nicht mit nach Schwachhausen, dafür waren der bisher verletzte Erdem Yesilyurt und der gegen Bremerhaven gelbgesperrte Ensa Jarju wieder mit dabei und landeten direkt in der Startelf, wo sie die Plätze von Troue und Ahmet-Furkan Er einnahmen. Nichtsdetotrotz standen Trainer Biricik 14 seiner insgesamt 28 Spieler aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zur Verfügung, also der halbe Kader, darunter zwei seiner drei Torhüter. Da die zweiten Herren am gleichen Tag selbst ein Punktspiel zu bestreiten hatten und der BSC Hastedt derzeit auch keine A-Jugend hat aus der man sich Spieler „ausleihen“ könnte saßen mit Er, Moritz Maksim Rosik und Lamin Jallow nur drei Mann auf der Bank.

DER SPIELVERLAUF

Vor Anpfiff erhoben sich alle Anwesenden noch zu einer Schweigeminute in Gedenken am zwei ehemalige Vorstände des TuS Schwachhausen, die sich sehr um den Verein verdient gemacht hatten und in der vergangenen Woche verstorben waren. Auch an dieser Stelle sendet der BSC Hastedt sowohl dem TuS als auch den Angehörigen sein herzliches Beileid.

Die Partie begann verhalten und war von Beginn an geprägt von der sichtbaren Angst bei beiden Mannschaften den ersten schwerwiegenden Fehler zu machen. So kam es dass der Ballbesitz zwar häufig wechselte, es aber keinem Team gelang wirklich gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. Ganze zwei Torschüsse gab es in der ersten Halbzeit, aber weder Schwachhausens Mert Ates (15. Minte) noch sein Teamkollege Henning Prüße (34. Minute) brachten Gästetorwart Kilic wirklich akut in Bedrängnis. Die Höhepunkte, wenn man sie denn so nennen mag, waren im ersten Durchgang daher andere: zum einen eine etwas zweifelhafte gelbe Karte für Hastedts Oguzhan Hoshaber (33. Minute) als auch die verletzungsbedingt frühe Auswechslung bei Schwachhausen, als Mannschaftskapitän Thorsten Schwarz nicht mehr weiterspielen konnte und durch Leon Nnamdi Krämer ersetzt werden musste (36. Minute).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wechselte auch der BSC Hastedt erstmals, für den angeschlagenen Erdem Yesilyurt kam Ahmet-Furkan Er in die Partie (46. Minute). Das Spiel nahm nun etwas mehr Fahrt auf und wurde zunehmend von den Hausherren dominiert. In den ersten fünf Minuten des zweiten Durchgangs gelangen Schwachhausen durch Jan Niklas Hiegemann, Leon Nnamdi Krämer und zweimal Dogukan Sedef gleich vier Torschüsse, doppelt so viele wie in der gesamten ersten Halbzeit. Doch auch Hastedt kam nun zu Chancen, beispielsweise durch Ridvan Sahin und Tolga Kuzu. In der 71. Minute kam es dann zum Bruch im Hastedter Spiel: Kapitän Marcus Kenneweg musste verletzt raus, für ihn kam Moritz Maksim Rosik ins Spiel, der nur drei Minuten später ebenfalls einen Schuss auf das Schwachhausener Tor platzieren konnte. In der 77. Minute dann der dritte und zugleich letzte Wechsel bei den Gästen vom Osterdeich, Lamin Jallow kam für den gelbrot-gefährdeten Oguzhan Hoshaber; gleichzeitig brachte Schwachhausen Avni-Serdar Güngör für Anis Souaifi. Die immer drückendere Feldüberlegenheit des TuS Schwachhausen zahlte sich nun aus: nach einem Eckbar brachte Henning Prüße den TuS mit 1:0 in Führung (78. Minute), nur zwei Minuten später erhöhte der emsige Dogukan Sedef auf 2:0. Für Hastedt war nun klar dass dieses Spiel keine Punkte mehr bringen würde, verteidigte aber die immer weiter anbrandenden Angriffswellen der Hausherren weiterhin tapfer.

DER AUSBLICK

Im „kicker“ ist zu lesen dass der Klassenerhalt für den BSC Hastedt zwar noch möglich wäre, es dazu aber eines größeren Fußballwunders bedürfe. Das dürfte wohl die Untertreibung des Jahres sein, schaut man sich an was dazu noch nötig wäre. Denn um noch in der Liga zu bleiben müsste Hastedt alle restlichen Spiele ausnahmslos gewinnen, die momentan auf Platz 14 stehende SG Aumund-Vegesack müsste parallel seine fünf restlichen Spiele allesamt verlieren, die zusammengezählten Tordifferenzen der Hastedter Siege und Vegesacker Niederlagen müsste bei 37 oder höher liegen, der auf Platz 15 stehende SV Werder Bremen III dürfte aus seinen restlichen vier Spielen nur höchstens sechs Punkte holen und der Bremen-Liga-Meister (höchstwahrscheinlich der Bremer SV) müsste in der nach der Saison stattfindenden Aufstiegsrunde gut genug abschneiden um in die Regionalliga Nord aufzusteigen.
Das all dies noch eintrifft ist wohl noch unwahrscheinlicher als das Julian Nagelsmann seinen Trainerjob beim FC Bayern zugunsten einer Laufbahn bei der Freiwilligen Feuerwehr aufgibt, daher ist eher davon auszugehen dass der BSC Hastedt nun nur noch eine vier Spiele umfassende Abschiedstour in der Bremen-Liga vor sich hat. Den Anfang macht dabei bereits am kommenden Mittwoch ein Auswärtsspiel bei den Stadtteilnachbarn von der SV Hemelingen. Dieses Spiel, dass um 19:00 Uhr auf der Bezirkssportanlage Hemelingen (Hemelinger Heerstraße 112, 28309 Bremen) angepfiffen wird, ist für den BSC Hastedt sogar eine besondere Partie, nämlich ein Jubiläum. Denn es ist, zählt man alle Meisterschafts-, Pokal-, Test- und Freundschaftsspiele zusammen, exakt das fünfhundertste Match der ersten Herrenmannschaft seit der BSC Hastedt am 1. Juli 2008 entstand.
Weiter geht es für Hastedt dann am 1. Mai um 15:00 Uhr mit einem Heimspiel gegen die SG Aumund-Vegesack, gefolgt vom letzten Auswärtsspiel am 8. Mai um 15:30 Uhr bei SFL Bremerhaven. Am 13. Mai steigt dann das vorerst letzte Bremen-Liga-Spiel des BSC Hastedt, dann ist ab 19:00 Uhr der TuS Komet Arsten am Jakobsberg zu Gast.

DIE STATISTIKEN

TuS Schwachhausen – Bremer SC Hastedt . . . 2:0 (0:0)

Torschützen: 1:0 Henning Prüße (78′), 2:0 Dogukan Sedef (80′).

TuS Schwachhausen: Jascha Tiemann – Malwin Kumi, Henning Prüße, Thorsten Schwarz © (36′ Leon Nnamdi Krämer) – Mert Ates, Denis Spitzer – Jan Niklas Hiegemann, Dogukan Sedef (86′ Yasar Brüning), Anis Souaifi (77′ Avni-Serdar Güngör), Patrick Spitzer, Abdullah Tiras.
Nicht eingesetzte Reservespieler: Daniel Dähn (Torwart).
Teamoffizielle: Denis Spitzer (Trainer), Christof Frankowski (Mannschaftsverantwortlicher), Behlum Avdiji (Trainerassistent).

Bremer SC Hastedt: Safa Kilic – Ensa Jarju, Til Sonnewald, Erdem Yesilyurt (46′ Ahmet-Furkan Er) – Timur Gin, Oguzhan Hoshaber (77′ Lamin Jallow), Marcus Kenneweg © (71′ Moritz Maksim Rosik), Tolga Kuzu, Alan Lopatin, Ridvan Sahin – Bakary Lucas Grote Lambers.
Nicht eingesetzte Reservespieler: keine.
Teamoffizielle: Ugur Biricik (Trainer, Mannschaftsverantwortlicher), Mamo Musaj (Physiotherapeut), Gökhan Deli (Offizieller), Thilo Huntemüller (Offizieller).

Schiedsrichter: Allen Chen (TuS Komet Arsten). – Schiedsrichterassistenten: Malte Rudlof (TV Eiche Horn), Jamil Mousavi (FC Riensberg ’11).
Gelbe Karten: Hennig Prüße (85′, Unsportlichkeit, 5. gelbe Karte in dieser Saison, gesperrt), Abdullah Tiras (90’+4, Unsportlichkeit, 5., gesperrt), Denis Spitzer (90’+5, Foulspiel, 2.) – Oguzhan Hoshaber (33′, Foulspiel, 4.).
Gelb-Rote Karten: keine.
Rote Karten: keine.

Sonstiges:
5:3 Abseitspositionen
8:3 Eckbälle
9:5 Fouls
10:7 Torschüsse